Verification of Payee (VoP) – Pflicht ab Oktober 2025: Was CFOs und Finanzleiter jetzt wissen müssen

Die Finanzwelt erlebt aktuell gleich mehrere regulatorische Umbrüche. Neben der Umstellung von MT940 auf camt.053 betrifft ab 9. Oktober 2025 alle Unternehmen eine weitere Neuerung: die Verification of Payee (VoP).

Diese Pflichtprüfung, die auf der EU-Verordnung (EU) 2024/886 basiert, schreibt vor, dass Banken bei SEPA-Überweisungen den Namen des Empfängers mit der IBAN abgleichen müssen. Ziel: Mehr Transparenz, höhere Sicherheit und der Kampf gegen Fehlüberweisungen und Betrug.

Doch was genau bedeutet VoP? Welche Auswirkungen hat es auf Finanzabteilungen und ERP-Systeme? Und wie können Unternehmen die Umstellung effizient vorbereiten?

Warum VoP eingeführt wird

Die zunehmende Zahl an Cyberangriffen und betrügerischen Überweisungen hat gezeigt: Die alleinige Eingabe einer IBAN reicht nicht mehr aus, um Zahlungen sicher zu gestalten. Immer häufiger kommt es vor, dass IBANs manipuliert oder falsch übermittelt werden – mit gravierenden finanziellen Folgen.

Mit VoP soll dieses Risiko deutlich reduziert werden. Der Abgleich von Name und IBAN schafft zusätzliche Sicherheit: Der Zahler erhält eine sofortige Rückmeldung, ob die Angaben übereinstimmen.

Die rechtliche Grundlage

  • Basis: EU-Verordnung (EU) 2024/886 „Instant Payments Regulation“
  • Geltungsbereich: SEPA-Überweisungen (SCT & SCT Inst) im EWR
  • Startdatum: 9. Oktober 2025 (Pflicht)
  • Nicht betroffen: SEPA-Lastschriften und SWIFT-Zahlungen

Wie VoP funktioniert

  1. Eingabe durch den Zahler: Der Zahler gibt Name und IBAN des Empfängers ein.
  2. Prüfung durch die Bank: Innerhalb von max. 5 Sekunden erfolgt der Abgleich.
  3. Rückmeldung: Der Zahler erhält eines von vier möglichen Ergebnissen:
    • Match – Name und IBAN stimmen überein.
    • ⚠️ Close Match – leichte Abweichung, z. B. Tippfehler.
    • No Match – Name und IBAN passen nicht zusammen.
    • 🚫 Not Possible – keine Überprüfung möglich.

Diese Prüfung muss kostenfrei, in Echtzeit und rund um die Uhr (24/7/365) erfolgen.

Auswirkungen auf Unternehmen

Für CFOs, Heads of Finance und Buchhaltungsleiter:innen bedeutet VoP:

  • Mehr Sicherheit, aber auch mehr Komplexität im Zahlungsverkehr.
  • ERP-Systeme wie Microsoft Business Central oder SAP müssen VoP-konforme Schnittstellen bieten.
  • Prozesse im Zahlungsmanagement müssen überprüft und ggf. angepasst werden.

Besonders für Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen ist es entscheidend, Automatisierung und Monitoring einzusetzen, um Verzögerungen zu vermeiden.

Chancen durch VoP

Auch wenn VoP zunächst wie eine reine regulatorische Pflicht klingt, ergeben sich für Unternehmen klare Vorteile:

  • Weniger Fehlüberweisungen und Rückläufer.
  • Stärkere Betrugsprävention.
  • Mehr Vertrauen im Zahlungsverkehr.
  • Optimierte Prozesse durch direkte Rückmeldungen.

In Kombination mit der camt.053-Umstellung entsteht ein ganzheitlicher Modernisierungsschub für die Finanzabteilungen in Europa.

Handlungsempfehlungen für Finanzabteilungen

  1. Frühzeitig mit Banken sprechen: Wie wird VoP technisch umgesetzt? Welche Schnittstellen stehen zur Verfügung?
  2. ERP-System prüfen: Ist Ihr System VoP-ready? Müssen Updates oder Add-ons integriert werden?
  3. Prozesse anpassen: Interne Zahlungsworkflows sollten VoP-Ergebnisse berücksichtigen (z. B. Sonderprüfung bei „Close Match“).
  4. Teams schulen: Mitarbeiter:innen müssen wissen, wie mit unterschiedlichen VoP-Ergebnissen umzugehen ist.

Fazit

Die Verification of Payee ist mehr als ein weiteres regulatorisches Projekt. Sie markiert einen Schritt hin zu einem sichereren, transparenteren und effizienteren Zahlungsverkehr.

Unternehmen, die VoP proaktiv umsetzen, minimieren Risiken und erhöhen das Vertrauen ihrer Stakeholder.

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